Die Ständervorderseite weist mehrere tief gehende Faulstellen auf

Diese Schäden werden ähnlich repariert wie der zuletzt beschriebene Schaden. Die defekten Stellen werden bis an das gesunde Kernholz aufgestemmt und mit genauen Passstücken
aus altem Eichen- oder Nadelholz ergänzt (Abb. 57b). Auch hier ist eine dicht schließende Passung entscheidend für die Haltbarkeit der Reparatur. Die neuen Teile werden entweder eingeklebt oder mit verzinkten Holzschrauben von innen her befestigt.

Die Ständeraußenseiteverlangt dicht schließende Passstücke

Ein Ständerunterteil mit dem darunter liegenden Schwellenbereich ist angefault

Für eine so eng begrenzte Schadstelle bietet sich eine Reparatur mit bereits beschriebenen Überblattungen an. Zunächst wird die betreffende Wandstelle abgestützt, weil der Ständer seine statische Funktion nicht mehr erfüllt. Die Druckkräfte werden inzwischen über die Ausmauerung der Gefache abgeleitet. Nun werden die angrenzenden Gefache herausgenommen und die schadhaften Balkenteile in Form der gewählten Überblattungen herausgeschnitten. Danach sind geeignete Passteile zu fertigen und einzusetzen. Abschließend werden die Gefache wieder eingemauert und die Abstützung wird entfernt (Abb. 57c).
Die Reparaturstücke müssen aus dem Holz gefertigt werden, aus dem die ganze Fachwerk-Konstruktion besteht; Eiche oder Nadelholz.
Für den dargestellten Fall habe ich für die Schwelle das »einfache Blatt« (Abb. 50a) in zweiseitiger Ausführung gewählt und für den Ständer den »oben abgeschrägten Versatz« (Abb. 54b).

Reparaturvorschläge für begrenzte Schäden an Ständer und SchwelleAbb. 57: Reparatur-vorschläge für begrenzte Schäden an Ständer und Schwelle























Schalbenschwanz-Einsatzstücke für beide RiegelanschlüsseAbb. 58:
Schalbenschwanz-Einsatzstücke für beide Riegel-anschlüsse
















Die Passstücke sollten aus altem Eichen- oder Nadelholz gefertigt werden, weil damit das Schwinden des Holzes vermieden wird und die neuen Passstücke sich dem alten Holz von Schwelle und Ständer ideal anpassen. Eine solche Reparatur wird Jahrzehnte überdauern.

Übergroße Holznagellöcher
In alten, noch intakten Zapfenverbindungen sind die Nagellöcher oft ausgefault und stark vergrößert. Das Einschlagen eines neuen dickeren Holznagels reicht meist nicht aus, um die Öffnung dicht zu schließen. Wasser kann nach wie vor in die Verbindung eindringen und zu weiteren Fäulnisschäden führen (Abb. 48a und 59).
Folgende Sanierungsschritte sind erforderlich:
  • den alten Holznagel entfernen,
  • die Nagellochöffnung auf ø >– 40mm aufbohren bis an den Zapfen,
  • das Bohrloch mit einem entsprechend großen Holzdübel verschließen und wetterfest einleimen,
  • nach dem Aushärten des Leimes ca. 20mm aufbohren,
  • einen neuen Holznagel dicht und kraftschlüssig einschlagen (Abb. 59a–d).
Der Holznagel muss festund dicht im Balken sitzen


Ende der Ledeseprobe!
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